Pressemitteilung

Studie über den Geburtsurlaub vom Institut für die Gleichstellung von Frauen und Männern (IGFM): "Arbeit für die nächste Regierung".  

Die Studie über den Geburtsurlaub beweist die Nützlichkeit der von der Vivaldi-Regierung eingeführten Maßnahme, den Geburtsurlaub auf 20 Tage zu erhöhen. Es bleibt jedoch noch viel zu tun, um wirklich auf eine vollständige Gleichstellung der Geschlechter in den Familien hinzuarbeiten, sagt die Staatssekretärin für Chancengleichheit Marie-Colline Leroy.

Sie unterstützt den Vorschlag der IGFM, den Geburtsurlaub verpflichtend zu machen, und sieht darin einen wichtigen neuen Schritt für die nächste Regierung: "Es liegt im Interesse aller, dass möglichst viele Väter und Mitmütter ihren Geburtsurlaub nehmen. Es muss aber eine Lösung für die Geringverdiener-Familien gefunden werden, die jetzt einen Lohnausfall nicht verkraften können. Nur dann kann wirklich jeder seine Rolle in der Familie voll wahrnehmen."

Geburtsurlaub würde schrittweise von 10 auf 20 Tage erhöht

Im Dezember 2020 beschloss die Vivaldi-Regierung, die Zahl der Tage des Geburtsurlaubs schrittweise von 10 auf 20 Tage zu erhöhen. Aus der Studie des IGFM geht hervor, dass dies eine wichtige Maßnahme war, um mehr Gleichheit zwischen den Geschlechtern in den Familien zu erreichen und vor allem die Beteiligung von Vätern und Co-Müttern vom ersten Lebensjahr des Kindes an zu erhöhen. Studien sind sich nämlich einig, dass sich die Anwesenheit des Vaters oder des Co-Elternteils in den ersten Lebensmonaten des Kindes positiv auf das Wohlbefinden des Kindes, der Mutter und ihre Rückkehr ins Berufsleben auswirkt.

Staatssekretärin Marie-Colline Leroy: "Ich danke dem Institut für die gründliche Studie. Ich freue mich, dass der Anteil der Väter und Miteltern, die ihren Geburtsurlaub in vollem Umfang in Anspruch nehmen, zunimmt (86 % der Angestellten und Beamten im Jahr 2021 gegenüber 71 % im Jahr 2010). Bei den Selbstständigen liegt der Anteil bei 53 %. Dies ist ein wichtiger Schritt hin zu einer gleichmäßigeren Verteilung der Betreuungsaufgaben innerhalb der Familie.

Notwendigkeit einer besseren Aufgabenteilung innerhalb der Familien

Die Staatssekretärin weist jedoch darauf hin, dass noch viel zu tun ist. Ein Faktenblatt (2020) der IGFM zeigt, dass 46 % der Frauen konkrete Anpassungen vornehmen, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu ermöglichen, im Vergleich zu 21 % der Männer. 88,4 % der Männer arbeiten Vollzeit, während nur 54,8 % der Frauen Vollzeit arbeiten.

Auch beim Elternurlaub, der bis zum 12. Lebensjahr des Kindes genommen werden kann, zeigen die Zahlen ein großes Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern. Immer noch entscheiden sich mehr Frauen (65 %) als Männer (35 %) für den Elternurlaub. Im Jahr 2022 nahmen in Belgien 30 402 Väter das System in Anspruch. Das sind schon doppelt so viele wie 2013, als nur 14.849 Männer Elternurlaub nahmen.

Leroy: "Die Studie des Instituts zeigt, dass es immer noch eine große Ungleichheit bei der Verteilung der Betreuungsaufgaben gibt. Ich unterstütze den Vorschlag des Instituts, den Erziehungsurlaub verpflichtend zu machen. Mehr als 80 Prozent der Befragten haben dies auch angegeben. Mit der Einführung eines obligatorischen Geburtsurlaubs wird gleichzeitig auch das Stigma beseitigt, das manche Väter und Mitmütter empfinden. Die Inanspruchnahme des Geburtsurlaubs liegt im Interesse aller. Allerdings müssen wir prüfen, wie der Lohnausfall für die Geringverdiener ausgeglichen werden kann, damit alle den Geburtsurlaub unbeschwert genießen können. Wir sollten uns jedoch nicht darüber hinwegsetzen, dass eine solche Maßnahme nur ein Teil des Puzzles ist. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass es noch viel zu tun gibt, um eine echte Gleichstellung der Geschlechter zu erreichen, was die Arbeitsteilung im Haushalt und die Reaktionen aus dem Umfeld angeht."